AG Schulhaus-Sanierung

Der Elternbeirat bemüht sich seit Oktober 2018 mit Nachdruck um eine Lösung, den seit Jahren bestehenden Sanierungsrückstau des Gymnasiums Tutzing aufzulösen. Da sich die Gemeinde Tutzing als früherer Träger des Gymnasiums nicht in der Lage sah, die hierfür erforderlichen Mittel bereitzustellen, beantragte sie Ende 2018 beim Landkreis Starnberg, die Trägerschaft dorthin zu übertragen. Am 25. März 2019 beschloss der Kreistag dann einstimmig, die Trägerschaft des Gymnasiums zu übernehmen.

Mit einem vom Elternbeirat initiierten Runden Tisch mit Vertretern von der Gemeinde Tutzing, dem Landkreis Starnberg, der Schulleitung, den Lehrern, Schülern und Eltern konnten am 3. Juni 2019 erste Weichen für die Sanierung des Gymnasiums und den Wechsel der Trägerschaft von der Gemeinde Tutzing zum Landkreis Starnberg gestellt werden. Weitere Informationen hierzu findet ihr in der gemeinsamen Presse-Information von Elternbeirat, Gemeinde und Landkreis vom 6. Juni 2019.

Seit dem 1. August 2020 liegt die Trägerschaft unserer Schule in den Händen des Landkreises Starnberg. Schon vor diesem Stichtag hatte im Landratsamt die neue Schulverwaltung unter der Leitung von Frau Stefanie Daut ihre Arbeit aufgenommen. Es folgten zahlreiche Treffen, Begehungen und Gespräche. Bald darauf stellte der Landkreis ein Budget für die Planung der Sanierung, den laufenden Bauunterhalt und erste Investitionen in die IT bereit.

Der grobe Plan für die Sanierung der Schule sah – Stand Ende 2020 – so aus:
• Bis Ende 2020 Bestandsaufnahme innerhalb der Fachschaften; Ermittlung des Raumbedarfs
• Ausschreibung Architekten
• Genehmigungsverfahren
• Frühjahr/Sommer 2021 Bestellung des Architekten
Insgesamt ist von zwei Jahren Planungszeit und anschließenden zwei Jahren Bauzeit auszugehen.

Doch wie wir alle wissen, verlief die Planung deutlich langsamer und uneffektiver als angedacht. Als neuen Höhepunkt der Verzögerungen beschloss der Haushaltsausschuss des Landkreises Ende November die Verschiebung der Sanierung auf unbestimmte Zeit. Dazu rechts unsere Pressemitteilung, die am 2. Dezember 2022 an die Lokalpresse verschickt wurde:

 

Elternbeirat erzürnt und entsetzt über erneuten Aufschub der Sanierung beim Gymnasium Tutzing

Der Elternbeirat des Gymnasiums Tutzing reagiert erzürnt und entsetzt auf die Presseberichte vom 1. Dezember 2022, laut denen der Haushaltsausschuss des Landkreises Starnberg auf Betreiben von Landrat Stefan Frey und Kämmerer Stefan Pilgram die Sanierung des Gymnasiums bis auf Weiteres verschoben hat. Die gesamte Schulfamilie ist erschüttert, zumal es zu diesem folgenschweren Plan keinerlei Informationen im Vorfeld gegeben hatte. Das Gymnasium ist seit über einem Jahrzehnt baulich in einem schlechten Zustand, auch in Hinblick auf feuerpolizeiliche Fragestellungen im Südbau. Die in den Presseberichten angesprochenen „notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen“ werden bereits heute nicht umgesetzt, so dass die Elternschaft fest mit der baldigen – jetzt zum wiederholten Mal verschobenen – Generalsanierung gerechnet hatte. „In manchen Klassenräumen kann man die Fenster nicht öffnen, dafür aber die Türen nicht schließen“, erklärt der Vorsitzende des Elternbeirats Dr. Karl Kolmsee.

Mit der Sanierung sollte auch ein Digitalkonzept an der Schule umgesetzt werden. Die Mehrzahl der Klassenräume, insbesondere die der höheren Klassen, verfügt über kein WLAN, geschweige denn über einen Breitbandanschluss. „Hier werden die Prioritäten völlig falsch gesetzt“, erklärt Peter Müller, Mitglied des Gesamtvorstands der gymnasialen Landeselternvereinigung in Bayern LEV e.V. und Leiter des Arbeitskreises Sanierung beim Elternbeirat. „Das Landratsamt wird mit Millionen modernisiert, Straßen und Tunnels saniert, das Finanzamt auf dem Berg trohnt mit feinstem Stahl und Beton, aber die Kinder bleiben wieder mal auf der Strecke – und das nach zwei Jahren Lockdowns und einer bayernweit miserablen digitalen Anbindung der Klassenzimmer. Das ist Stand des 20. Jahrhunderts.“

Der Elternbeirat wird nun nach vielen Jahren des Wartens erneut und zum wiederholten Mal das Gespräch mit dem Landrat, aber auch den Parteien suchen, um eine Lösung zu finden; „Schon während der COVID-19-Pandemie waren unsere Kinder enormen psychischen Belastungen ausgesetzt, muss man der jungen Generation nun auch noch die Zukunft mit antiquierten und baufälligen Schulräumen verbauen? “, fragt Elternbeirätin Dr. Franziska Matthies-Wiesler, ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises Sanierung.